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Krise hinterlässt leichte Spuren in den Gemeindefinanzen
21.02.2012 - Medienmitteilung
Die finanzielle Verfassung der Zürcher Gemeinden hat sich 2010 leicht verschlechtert. Die meisten Gemeinden befinden sich aber nach wie vor in einer soliden Lage. Trotz des jüngsten Konjunktureinbruchs waren die Laufenden Rechnungen durchschnittlich ausgeglichen. Die Verschuldung stieg an, sie liegt aber immer noch unter dem Durchschnitt der letzten 25 Jahre.
Wie aus einer neuen Studie des Statistischen Amts hervorgeht, befanden sich die Zürcher Gemeinden Ende 2010 in einer etwas weniger guten finanziellen Verfassung als im Jahr davor. Die Finanzkrise hat leichte Spuren hinterlassen, ohne dass dadurch aber eine Gemeinde in ernsthafte Schwierigkeiten geraten wäre.
Ausgeglichener Saldo und höhere Verschuldung
Im Mittel gingen in den Gemeinden 2010 sowohl der Aufwand als auch der Ertrag der Laufenden Rechnung zurück (beide minus 3 Prozent). Der daraus resultierende Saldo war trotz dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld praktisch ausgeglichen. 2009 hatten die Gemeinden noch kleine Überschüsse verzeichnet. Die Selbstfinanzierung der Gemeinden reduzierte sich stärker (minus 30 Prozent). Dies bedeutet, dass die Gemeinden über weniger finanzielle Mittel zur Finanzierung von Investitionen verfügten als im Vorjahr.
Auch die Nettoinvestitionen gingen zurück (minus 8 Prozent). Trotzdem mussten Investitionen fremdfinanziert werden. Somit stieg die Verschuldung weiter an. Im Durchschnitt der Periode 1986-2010 betrug die durchschnittliche Nettoschuld in den Gemeinden 1‘850 Franken pro Kopf. Nachdem bis 2007 die durchschnittliche Verschuldung vollständig abgebaut werden konnte, stieg sie seither infolge der Finanzkrise wieder an auf 1‘400 Franken pro Kopf. Zwischen den 171 Gemeinden gibt es allerdings beträchtliche Unterschiede. 136 eher kleine Gemeinden sind schuldenfrei; ihr Vermögen übersteigt die Schulden.
Mehr Kennzahlen im kritischen Bereich
Beobachten lässt sich die finanzielle Gesundheit der Gemeinden auch anhand von Richtwerten der kantonalen Aufsichtsstelle über die Gemeindefinanzen. Die Zahl der Gemeinden mit mehreren Finanzkennzahlen, die im kritischen Bereich liegen, ist vom Jahr 2009 aufs Jahr 2010 von 61 auf 65 angestiegen. Dieser Anstieg ist moderat, insbesondere im Vergleich mit der Entwicklung nach der Rezession von 1991. Bei drei Vierteln aller Kennzahlen wurden die empfohlenen Richtwerte eingehalten. In der langfristigen Perspektive ist die Situation also nach wie vor relativ gut. Unsicherheiten bestehen allerdings hinsichtlich der weiteren Entwicklung. So dürften mittelfristig ansteigende Zinsen vor allem bei stark verschuldeten Gemeinden zu höheren Kosten führen.
statistik.info 2012/03. Spuren der Finanzkrise. Die Gemeindefinanzen im Kanton Zürich Ende 2010. Online verfügbar auf der Website des Statistischen Amts des Kantons Zürich: www.statistik.zh.ch/statistikinfo (zuunterst auf der Seite).
(Medienmitteilung des Statistischen Amtes)
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Dienstag, 21. Februar 2012:
Dr. Josef Perrez, Abteilung Analysen/Studien, Statistisches Amt des Kantons Zürich
Telefon
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E-Mail
josef.perrez@statistik.ji.zh.ch
