Kanton plant neue Jagdschiessanlage in Bülach

16.09.2011 - Medienmitteilung

Zurück zu Medienmitteilungen

Der Kanton verlangt von den Jägerinnen und Jägern grosses Können im Umgang mit der Jagdwaffe. Damit dieses trainiert und geprüft werden kann, braucht es eine geeignete Trainingsanlage. Da die Lage der heutigen Anlage in Embrach nicht ideal ist, plant der Kanton in Bülach eine neue Jagdschiessanlage auf dem neusten Stand der Technik und des Umweltschutzes.

Mit der Hege und Pflege des heimischen Wildbestandes erfüllen die Jägerinnen und Jäger im Kanton Zürich eine Aufgabe im Dienst der Allgemeinheit. Der Kanton stellt an die Weidmänner und -frauen bezüglich Schiessfertigkeit, Treffsicherheit und dem sicheren Umgang mit der Jagdwaffe hohe Anforderungen – im Interesse von Sicherheit und Tierwohl. Bevor Zürcher Jägerinnen und Jäger einen Jagdpass erhalten, müssen sie eine Schiessprüfung bestehen. Anschliessend müssen sie alle zwei Jahre ihr Können unter Beweis stellen. In Anbetracht dieser Anforderungen muss der Kanton eine Trainingsmöglichkeit anbieten und über eine Anlage verfügen, auf der er die Prüfungen durchführen kann.

Ersatz für nicht ideal gelegene Anlage

Bis heute trainieren die Zürcher Jägerinnen und Jäger grösstenteils auf der Anlage Au in Embrach. Die seit über 40 Jahren bestehende, in einer geschützten Auenlandschaft gelegene Anlage muss wegen zu hoher Schadstoffbelastung saniert werden. Rechtlich gesehen könnte sie jedoch nach der Sanierung unter gewissen Bedingungen weiterbetrieben werden. Die Baudirektion plant indes eine neue Anlage auf dem neusten Stand der Technik, die hinsichtlich Lärm- und sonstigen Umweltimmissionen den modernsten Anforderungen entspricht und die Auenlandschaft in Embrach vom Schiessbetrieb befreit.

Standort bezüglich Lärm gut geeignet

Die Suche der Baudirektion anhand eines genauen Anforderungskatalogs ergab als optimalen Standort die heutige Kiesgrube Widstud in Bülach. Hinsichtlich Lärmbelastung ist die Lage in einer Grube und abseits grosser Wohngebiete ideal. Die Verkehrserschliessung der Kiesgrube erfolgt ausschliesslich von Norden ab dem Kreisel zwischen Eglisau und Bülach über die Marterlochstrasse, weshalb keine Wohnquartiere mit zusätzlichem Verkehr belastet werden. Ausserdem dürfte der Verkehr zur Kiesgrube eher abnehmen, denn der Kiesabbau und die Rekultivierungen führen heute zu verhältnismässig viel Lastwagenverkehr. Dank der Lage und Architektur der geplanten Jagdschiessanlage sowie modernen Lärmschutzeinrichtungen werden die Planungswerte der Lärmschutzverordnung überall eingehalten und teilweise sogar erheblich unterschritten.

Modernste Technik stellt Umweltschutz sicher

Die von der Fischerei- und Jagdverwaltung des Amts für Landschaft und Natur (ALN) geplante Jagdschiessanlage verfügt über sämtliche spezifischen Einrichtungen, welche für das jagdliche Schiesstraining erforderlich sind und über genügend Kapazitäten für die ganze Zürcher Jägerschaft. Zahlreiche Massnahmen sorgen dafür, dass die Umwelt nicht belastet wird. So werden Eisenschrot statt Bleischrot sowie umweltfreundliche Wurfscheiben eingesetzt und die Geschosse aufgefangen. Die Wurfscheiben- und Geschossrückstände werden eingesammelt und entsorgt. Eine Abdichtung mit Entwässerung verhindern, dass Schadstoffe ins Grundwasser gelangen. Aus Lärmschutzgründen werden möglichst viele Schiessdisziplinen ins Innere verlegt. Eine Gefahr für die Umgebung durch Geschosse kann dank Sicherheitsblenden genauso ausgeschlossen werden wie eine Gefahr für die Schützen auf der Anlage. Das bereits realisierte Biotop am Simeligraben wird von der geplanten Jagdschiessanlage nicht tangiert und bleibt erhalten.

Anlage von kantonalem Interesse – Start ab 2015 möglich

Da es sich um eine Infrastruktur von kantonsweitem öffentlichem Interesse handelt, benötigt die neue Jagdschiessanlage einen Eintrag im kantonalen Richtplan, über den der Kantonsrat entscheidet. Auf dieser Grundlage kann ein kantonaler Gestaltungsplan erarbeitet werden, der von der Baudirektion festgesetzt wird. Eine Inbetriebnahme der neuen Jagdschiessanlage ist nach heutiger Planung ab 2015 möglich. Der Termin ist jedoch vom weiteren Verlauf der Planungsverfahren abhängig. Wann die Anlage in Embrach stillgelegt wird, kann erst entschieden werden, wenn die Planung für die neue Anlage in Bülach weiter fortgeschritten ist.

Kostendeckender Betrieb angestrebt

Die Kosten der neuen Anlage können erst nach Abschluss einer detaillierten Planung beziffert werden. Der Betrieb der Jagdschiessanlage soll nach dem Willen der Baudirektion kostendeckend sein, also durch die Benutzer finanziert werden. Die Fischerei- und Jagdverwaltung prüft momentan verschiedene Modelle der Trägerschaft.

Mehr zum Thema

Informationsveranstaltung für die Bevölkerung von Bülach

Regierungsrat Markus Kägi und die Verantwortlichen des Amts für Landschaft und Natur informieren die Bevölkerung von Bülach detailliert über die geplante neue Jagdschiessanlage in der Kiesgrube Widstud und beantworten Fragen. Stadtpräsident Walter Bosshard und Stadtrat Hanspeter Lienhart vertreten die Sicht der Stadt Bülach.
Montag, 24. Oktober 2011
Stadthalle Bülach
19.00 Uhr bis ca. 20.30 Uhr

(Medienmitteilung der Baudirektion)

Zurück zu Medienmitteilungen