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Projektwettbewerb für einen Ersatzbau für das Hochhaus des Kantonsspitals Winterthur ist entschieden
25.11.2010 - Medienmitteilung
Die Baudirektion, vertreten durch das Hochbauamt, hat im Auftrag der Gesundheitsdirektion einen Projektwettbewerb zur Vergabe der Generalplanerleistungen für einen Ersatzbau für das Hochhaus des Kantonsspitals Winterthur (KSW) veranstaltet. Gewonnen hat das Projekt «didymos» der Arbeitsgemeinschaft Rapp Arcoplan AG / Butscher Architekten aus Basel.
Den 2. Platz belegte das Team Dürig AG aus Zürich, im 3. Rang klassierte sich die Proplaning AG Generalplaner aus Zürich. Das zwölfköpfige Preisgericht unter dem Vorsitz von Kantonsbaumeister Stefan Bitterli hatte Projekte von neun Planungsteams zu beurteilen, die in der ersten Wettbewerbsstufe aus 35 Eingaben ausgewählt worden waren.
Das Kantonsspital Winterthur ist als Schwerpunktspital für die Grundversorgung der Bezirke Winterthur und Andelfingen zuständig, zudem übernimmt es als Zentralspital mit überregionalem Einzugsgebiet einen Teil der spezialisierten Versorgung. Das Kantonsspital Winterthur betreibt heute insgesamt 502 Betten. 1988 wurde in einer Gesamtplanung aufgezeichnet, wo die einzelnen Kliniken, Institute und Infrastrukturbetriebe langfristig zweckmässig unterzubringen und wie aufgeteilte Bereiche zusammenzulegen sind. Der nun vorgesehene Ersatz des Hochhauses ist eine der Baumassnahmen dieser Gesamtplanung.
Das 18-geschossige Hochhaus des Kantonsspitals Winterthur wurde 1968 bezogen. Zwischen 1990 und 2005 wurden darin verschiedene Baumassnahmen durchgeführt. Nach wie vor bestehen jedoch erhebliche betriebliche, gebäude- und brandschutztechnische Mängel. Ferner sind die vorhandenen Geschosshöhen für Operationssäle zu niedrig und es bestehen Niveaudifferenzen zu den übrigen Gebäuden des Kantonsspitals.
Eine Machbarkeitsstudie hat ergeben, dass eine zukunftsfähige Lösung nur mit einem Ersatzbau realisiert werden kann. Ziel des Wettbewerbs war deshalb die Auswahl eines Projekts, das zusammen mit den bestehenden Bauten und der Parkanlage ein städtebaulich und architektonisch hochwertiges Ensemble bildet und dem Kantonsspital sowohl für die aktuellen Bedürfnisse als auch für die Zukunft taugliche Nutzflächen zur Verfügung stellt. Auf eine hohe Wirtschaftlichkeit in Bau und Betrieb wurde dabei ebenso Wert gelegt wie auf eine vorbildliche Energieeffizienz und eine ökologische Bauweise. Dabei war zu berücksichtigen, dass der Betrieb des Spitals während der gesamten Bauzeit im heutigen Umfang zu gewährleisten sein wird. Zusätzlich hatten die Wettbewerbsarbeiten aufzuzeigen, wie sich die Spitalanlage nach der Realisierung des Ersatzbaus auf dem heutigen Kernareal weiterentwickeln soll.
«didymos» – Frage der Etappierung elegant und einfach gelöst
Beim Projekt «didymos» werden die vorgeschlagenen Neubauten überzeugend und in überraschender Analogie zur bestehenden Anlage entwickelt: Wie der Bosshard-Bau aus den 50er-Jahren orientiert sich auch das neue Bettenhaus klar zum Park hin und bildet so mit seiner markanten Form und architektonischen Ausgestaltung das neue Gesicht zur Stadt. Der neue Behandlungstrakt dockt folgerichtig nordwestlich an den neuen Bettentrakt an. Er liegt somit im Schwerpunkt des Spitals und lässt sich optimal mit allen bestehenden Spitalbereichen verknüpfen.
Die gegenüber dem Bestand nach Süden hin verschobene Stellung der Neubauten beschneidet zwar die Fläche des Parks, schafft aber im Gegenzug einen willkommenen neuen Freiraum in der Nordostecke des Areals, der verschiedenste Anforderungen zu erfüllen vermag: Die neue Vorfahrt erfolgt in diesem Bereich, und die Parkierung wird mit einem pragmatisch entlang der Brauerstrasse platzierten Parkhaus gelöst, was die Befreiung des Parks vom Fahrverkehr bereits mit dem Ersatzbau des Hochhauses ermöglicht.
Vor allem aber löst die Stellung der Neubauten die Frage der Etappierung auf ebenso elegante wie einfache Weise. Während des gesamten Bauprozesses können sämtliche Gebäude bestehen bleiben, und die Bauimmissionen werden minimiert.
Das Projekt «didymos» wird nun unter der Leitung des kantonalen Hochbauamtes weiterentwickelt. Ziel ist es, im Jahr 2012 dem Regierungsrat ein bewilligungsfähiges Bauprojekt mit Kostenvoranschlag vorlegen zu können. Bei der Weiterentwicklung des Projekts wird zu beachten sein, dass das Spital unter den ab 2012 geltenden neuen Spitalfinanzierungsregelungen sämtliche Investitionskosten aus den laufenden Betriebserträgen decken können muss. Die Verantwortung für die wirtschaftliche Tragbarkeit der Investition liegt somit beim Spital, während der Kanton als Eigentümer die Gebäude baut und vorfinanziert. Parallel zur Projektentwicklung im Kantonsspital Winterthur werden daher die Immobilienprozesse bei den kantonalen Spitälern grundsätzlich zu prüfen sein.
Modell
Beim Projekt «didymos» werden die vorgeschlagenen Neubauten überzeugend und in überraschender Analogie zur bestehenden Anlage entwickelt.
Visualisierung
Die Neubauten beschneiden zwar die Fläche des Parks, schaffen aber im Gegenzug einen willkommenen neuen Freiraum in der Nordostecke des Areals.
(Medienmitteilung der Baudirektion)
Weitere Informationen
Kontakt für Medien
Donnerstag, 25. November 2010,
von 17.30 bis 18.30 Uhr:
Christoph Hänseler, dipl. Architekt ETH, Fachprojektleiter Wettbewerbe, Hochbauamt, Baudirektion Kanton Zürich
Telefon 079 773 70 63
